02.03.2026
Lohnt sich eine Photovoltaik-Anlage noch, wenn die Einspeisevergütung abgeschafft werden sollte? Die Fachleute der gemeinnützigen Energieagentur Rems-Murr haben nachgerechnet. Sie kommen zum nachfolgenden, überraschenden Ergebnis.
Der Rems-Murr-Kreis will bis zum Jahr 2035 klimaneutral werden und treibt deshalb als eine von vielen Maßnahmen den Ausbau der Photovoltaik (PV) voran. Erfreulicherweise trägt die Kampagnenarbeit der Energieagentur die letzten Jahre gute Früchte. „Auch ohne Einspeisevergütung rechnet sich Photovoltaik auf dem eigenen Dach. Sollte die Einspeisevergütung tatsächlich gestrichen werden, wird allerdings nicht mehr jede PV-Anlage wirtschaftlich sinnvoll sein“, erläutert Jürgen Menzel, Geschäftsführer der Energieagentur Rems-Murr gGmbH. Eine gute, neutrale Beratung kann daher wichtig werden.
Nach der Ankündigung von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche am vergangenen Freitag, für Photovoltaikanlagen bis 25 kWp die bisherige Einspeisevergütung abschaffen zu wollen, haben sich mehrere verunsicherte Bürgerinnen und Bürger mit ihren Fragen an die Energieagentur des Landkreises gewandt. Schließlich will, wer sich mit seinem Ersparten eine eigene PV-Anlage aufs Hausdach schrauben lässt, auch eine respektable Rendite erzielen.
Die Energieagentur kann diesbezüglich besorgten Hauseigentümern und -Eigentümerinnen Entwarnung geben. „Ein mitinstallierter Batteriespeicher wird dann allerdings zum Muss,“ rät Menzel. Wer mit der für das Jahr 2027 geplanten EEG-Novelle für sein Hausdach eine etwas kleinere PV-Anlage auswählt als bisher üblich und dafür in einen etwas größeren Batteriespeicher investiert, erzielt ohne Einspeisevergütung mit seinem Ersparten eine ähnliche Rendite wie bei bisherigen Anlagen. So sei eine nur 4 kWp (ca. 35 m²) große Anlage – oft schon ausreichend für Haushalte mit durchschnittlich hohem Stromverbrauch – zusammen mit einem dann 6 kWh großen Batteriespeicher nach 16 Jahren refinanziert. Anschließend spart man jedes Jahr knapp 700 Euro bei der Stromrechnung. Fährt man ein Elektroauto oder betreibt eine Wärmepumpe ist die Anlage schon nach 12 bzw. 13 Jahren refinanziert „Eine solche PV-Anlage ist schon für ca. 9.000 Euro zu haben – oft sogar für weniger,“ sagt Tilman Landwehr, Projektleiter Photovoltaik bei der Energieagentur. Möglich sei das, weil die Preise für PV-Module in den letzten Jahren gesunken und für Batteriespeicher sogar regelrecht „gepurzelt“ sind. In dieser Betrachtung sind auch bereits Wartungskosten in Höhe von 2.000 Euro in 20 Jahren mit einkalkuliert.
Aktuell installierte Anlagen sind üblicherweise etwas größer (ca. 7 kWp, 60 m², 7 kWh-Speicher). Sie kosten jedoch ca. 16.000 Euro. Die Refinanzierung solcher Anlagen liegt ohne Einspeisevergütung deutlich höher.
Sie möchten es genau wissen? Die Energieagentur kommt gerne zur Beratung zu Ihnen nach Hause. Die Energieberatung kostet zwar 40 Euro, der nach etwa einer Woche zugesandte Bericht hilft aber, die für Sie individuell richtige Entscheidung zu treffen. Schließlich soll beim Geldsparen mit Photovoltaik nichts schief gehen. Übrigens: Die Bundesregierung als Ganzes hat ohnehin noch keine Entscheidung zur Einspeisevergütung getroffen. Es könnte also auch alles immer noch beim Alten bleiben und damit bei den leicht besseren Renditen.
Foto: Energieagentur Rems-Murr gGmbH