15.02.2026
Was landet eigentlich auf meinem Teller? Mit dieser Frage beschäftigten sich über 50 Interessierte beim Vortrag „Essen für die Zukunft“, den die Energieagentur Rems-Murr zusammen mit der Bürgerinitiative "Runder Tisch Klima" und der Geschäftsstelle Klimaschutz in Remshalden organisiert haben. An dem Abend ging es um Genuss, Gesundheit, Klimaschutz und wie nachhaltige Ernährung vor Ort gelingt. Neues wie ein vegetarischer Schweizer Wurstsalat oder ein Kräutersecco vom Bio-Weingut Doreas kamen gut an. Bürgermeister Reinhard Molt freut sich bereits auf eine Wiederholung des Abends.
Tatsächlich hat unsere Ernährung einen großen Einfluss auf unseren persönlichen CO2-Fußabdruck: 15 % der Emissionen in Deutschland entstehen ernährungsbedingt, über zwei Drittel gehen auf das Konto von tierischen Produkten. Besonders Fleisch verursacht hohe Emissionen, da für die Produktion enorme Mengen an Futtermitteln und Flächen benötigt werden. Zudem stoßen Rinder Methan aus, das 21-mal klimaschädlicher als CO2 ist. Pflanzliche Alternativen wie Tofu sind deutlich klimafreundlicher. Was viele überraschte: Auch Reis, der im Nassanbau kultiviert wird, hat eine schlechte Klimabilanz. Grund dafür ist ein hoher Methanausstoß, der durch Mikroorganismen hervorgerufen wird.
Essen, was Saison hat
Beim Fachinput durch Bildungsreferentin Sabine Meurer von der Energieagentur und den Gesprächen wurde deutlich: Jeder und jede kann einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Dabei spielt die Wahl der Lebensmittel eine große Rolle: Regionale und saisonale Produkte sparen Emissionen, indem Transportwege und energieintensive Lagerung reduziert werden. Jedoch lohnt sich immer ein genauer Blick: So können importierte Äpfel aus Neuseeland im Frühjahr eine bessere CO2-Bilanz haben als heimische, die monatelang gekühlt wurden. Bio-Produkte verzichten auf synthetische Pestizide und Mineraldünger, doch ihr höherer Flächenbedarf kann die Klimabilanz je nach Produkt beeinflussen.
Energieeffizientes Kochen: Vorheizen oft nicht nötig
Neben der Herkunft ist auch die Zubereitung entscheidend. Energieeffiziente Geräte, das Vorkochen von Wasser oder auch das Nutzen von Vor- und Nachwärme sparen CO2. So gelingen die meisten Gerichte auch ohne, dass der Backofen vorgeheizt wird. Nur bei speziellen Rezepten wie Biskuit, die von Anfang an eine hohe Temperatur zwingend erfordern, oder bei sehr kurzen Garzeiten ist das nötig. Auch kann der Backofen oft fünf bis zehn Minuten vor Ende der Garzeit ausgeschaltet werden. Die Einsparungen bei Energie und Kosten liegen bei bis zu 15 Prozent.
Weitere Veranstaltungen finden im Laufe des Jahres statt:
Foto: Bettina Groß-Schnaidt