28.01.2026
Veganuary, Klimafasten oder #warewunder – bundesweite Kampagnen sensibilisieren derzeit auch die Menschen hier im Landkreis, was auf ihrem Teller landet. Es geht um Genuss, Gesundheit und Klimaschutz. Die Veranstaltungsreihe „Essen für die Zukunft“ der Energieagentur Rems-Murr, die am 5. Februar in Kernen startet, greift diese Themen auf.
Ob in geschmorten Rindsrouladen, zartschmelzenden Kässpätzle oder süßduftenden Apfelküchle – meist haben wir nur eine vage Vorstellung davon, was genau in den Gerichten steckt. Die Ernährungswissenschaft mahnt uns vor zu viel an ungesundem Zucker und gefährlichen Fetten. Auch der Einfluss auf das Klima ist sehr unterschiedlich: Gemüse hat einen deutlich kleineren Fußabdruck als Fleisch, der Verarbeitungsgrad spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. So verursacht laut einer WWF-Studie ein Hamburger mit Pommes und Salat 2,95 kg CO₂ oder eine Bratwurst mit Brötchen 1,88 kg CO₂. Zum Vergleich: Bei der Erzeugung von einem Kilogramm Kartoffeln werden nur 0,62 kg CO₂ freigesetzt. „Wenn man Anbau, Produktion, Transportwege, Lagerung, Verarbeitung und Entsorgung mitrechnet, kommen bei unserem Fußabdruck über 15 % der CO₂-Emissionen aus dem Bereich ‚Ernährung‘. Das ist fast so viel wie aus dem Mobilitätssektor (21 %)“, so Sabine Meurer, Bildungsreferentin der Energieagentur und Ernährungscoach (IHK).
Hören – schmecken – diskutieren: Schweizer Wurstsalat mal anders
Die gute Nachricht: Mit einfachen Veränderungen in der Küche kann jede und jeder nicht nur gesunde und leckere Mahlzeiten genießen, sondern gleichzeitig die persönliche CO₂-Bilanz verbessern – und dabei aktiv zum Klimaschutz beitragen. Wie Ernährung nachhaltiger werden kann und was es zu beachten gilt, das erklärt die Fachfrau an sechs Abenden in Kernen, Remshalden, Plüderhausen, Waiblingen und Weissach im Tal. Sie nimmt die Teilnehmenden mit auf eine spannende Reise durch die Welt der nachhaltigen Ernährung. Mit überraschenden Fakten, praktischen Tipps und Raum für Austausch über lokale und regionale Ernährungsmöglichkeiten – ergänzt durch schmackhafte Probiererle. In Remshalden gibt es etwa einen vegetarischen Schweizer Wurstsalat, regionale Häppchen und andere Kostproben vom Weingut Doreas, das nach ECOVIN-Richtlinien produziert.
Mit Bürgerpower für Klimaschutz
Mit an Bord sind jeweils auch die örtlichen Klimaschutzgruppen, die nachhaltige Ernährung sehr konkret auf lokaler Ebene beleuchten. So beispielsweise Thomas Jüttemann vom Verein Nachhaltiges Kernen e.V., der mit seinem Projekt „Terra Vita“ einen Gemeinschaftsgarten in Kernen ins Leben gerufen hat: „Hier wird Nachhaltigkeit ganz praktisch gelebt: Regionale, saisonale und biologische Lebensmittel werden selbst angebaut. Gleichzeitig wird in Gesellschaft und in der Natur etwas für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden getan und wir steigern so die Wertschätzung unserer Umwelt gegenüber.“
Die lokale Verankerung war auch Bettina Groß-Schnaidt von der Bürgerinitiative „Runder Tisch Klima“ in Remshalden wichtig. So ist neben dem Bio-Weingut Doreas auch die kirchliche Initiative "Mittagstisch Mahlzeit in Hebsack" bei der Veranstaltung mit am Start. Aus gutem Grund. Die Remshaldenerin weiß: „Die bevorstehende Fastenzeit ist ein idealer Zeitpunkt, Gewohnheiten zu hinterfragen. Auch dieses Jahr lädt die Evangelische Kirche wieder zur Aktion „Klimafasten“ ein. Vielleicht finden sich ja an dem Abend Menschen aus Remshalden zusammen, die dann als 'Klimafasten-Gruppe' sechs Wochen lang Rezepte und Tipps austauschen und sich gegenseitig motivieren. Darüber würden wir uns von der Bürgerinitiative freuen."
Sechs Veranstaltungen im Rems-Murr-Kreis
Für die erste Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der vhs Unteres Remstal wird ein Unkostenbeitrag von 3 Euro erhoben, die restlichen Abende sind kostenfrei - inklusive Verkostung. Folgende Termine und Orte sind geplant - für eine bessere Planung wird um Anmeldung gebeten: